Sie gelten als ein Wunder der Natur und geben selbst heutzutage Wissenschaftlern etliche Forschungsansätze sowie Erkenntnisse über den menschlichen Körper auf. Die Rede ist von Frühlingsgefühlen. Jeder weiß, was mit solchen Gefühlen gemeint ist, vermutlich hat sie auch jeder schon einmal erlebt und unterlag ihnen eventuell sogar bereits das eine oder andere Mal. Doch: Gibt es so etwas wie Frühlingsgefühle tatsächlich? Oder ist die gesamte Debatte um das „Erwachen der Liebe“ mit den ersten Sonnenstrahlen nicht vielmehr eine clever genutzte Strategie diverser Konsumgesellschaften, um aus Tagen à la Valentinstag & Co. besonders viel Profit schlagen zu können? Die folgenden Zeilen klären über das Phänomen „Frühlingsgefühle“ auf.

Fakt oder Fake?

Zunächst einmal lässt sich durchaus sagen, dass es so etwas wie Frühlingsgefühle tatsächlich gibt. Diese sind allerdings nur unter Männern in einem besonders starken Ausmaß bemerkbar. Zudem scheint die Bedeutung von Frühlingsgefühlen in letzter Zeit durchaus abgenommen zu haben. Dennoch: Frühlingsgefühle lassen sich mittlerweile durch verschiedene Tests nachweisen. Ausschlaggebend für die gesteigerte Paarungsbereitschaft beziehungsweise –willigkeit ist allerdings weniger das Erwachen der Pflanzenwelt, sondern vielmehr die zunehmende Anzahl an Sonnenstrahlen, die auf den Körper treffen. Im Frühling ist es bekanntlich länger hell und aufgrund der veränderten Schräglage der Erdachse gelangen die Sonnenstrahlen auch mit einer wesentlich höheren Intensität in die Atmosphäre. Und genau dieser Kontakt mit mehr und intensiverem Sonnenlicht ruft die sogenannten Frühlingsgefühle hervor: Das Hormon Melatonin, welches lediglich nachts produziert wird und den Organismus zusätzlich müder macht, wird in den Frühlingsmonaten erkennbar weniger produziert, da die Tage schlichtweg länger ausfallen. Die Folge: Der Mensch fühlt sich fitter, aktiver und schlichtweg munterer. Hinzu kommt, dass mit den gesteigerten Temperaturen auch ein erhöhter Bewegungsdrang einhergeht. In Verbindung mit luftigeren und leichteren Klamotten kommen Mann und Frau im Frühling dann ganz automatisch vermehrt miteinander in Kontakt.

Bedeutung und Funktion der Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle gibt es also tatsächlich. Doch wie bereits erwähnt, hat die Bedeutung dieser Gefühle – zumindest für den „modernen“ Menschen – spürbar abgenommen. Denn: Lediglich bei Männern sorgt der Hormonumschwung des Melatonin-Spiegels auch für eine Steigerung des Paarungswillen. Ausschlaggebend hierfür ist allerdings ein weiteres Hormon. Testosteron, der allseits bekannte Potenzmacher auf Naturbasis, wird nämlich ebenfalls besonders stark in den Frühlingsmonaten produziert und ergibt mit dem gesteigerten Melatonin-Spiegel eine extrem wirkungsreiche Mischung, die ganz automatisch zum Flirten, Küssen und Fortpflanzen aufruft. Die gesteigerte Testosteronausschüttung liegt allerdings vielmehr in der geschichtlichen Effizienz beziehungsweise der Möglichkeit an sich, Nachfahren zeugen zu können. So wird der Mai zum Beispiel auch heute noch häufig als Wonnemonat bezeichnet. Der Grund: In ebendiesen wurden, seit Beginn der Evolution, unter Menschen besonders „effektiv“ Nachfahren gezeugt, da die Geburt in den späten Winter fällt, also genau in die Zeit, in der es für Frauen weniger Arbeit gab und der Winterspeck quasi gute Bedingungen für die Geburt schaffen konnte. Heutzutage gilt dies selbstverständlich nicht mehr: Auch im Winter werden zahlreiche Kinder gezeugt, was zum Beispiel an der Besinnlichkeit der Feiertage liegt und der Mensch auch während der kalten Jahreszeit mit seinem Partner eng in Berührung kommt. Ganz anders sieht es da schon wieder bei Tieren in freier Wildbahn aus: Hier gilt nach wie vor der Frühling paarungstechnisch gesehen als Hochsaison.

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